Presse

 

Evangelisches Gemeindeblatt Württemberg:
Sitzen und Nadelstreu riechen, 30/2016

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg:
Natur und Landschaft als Nahrung für die Seele, 28.04.2016.

epd-Südwest/Gesundheit/Natur/Freizeit/FEA
Mit der Natur gesünder werden -
Von Ralf Schick (epd)

Grün tut gut: Psychologen, Architekten und Therapeuten werben dafür, die Natur bewusst wahrzunehmen, um Seele und Körper zu stärken.

Karlsruhe (epd). Der Schwarzwald ist reich an Angeboten für die Seelenmassage: Literarische und spirituelle Wanderwege, Kräuter- und Entspannungsgärten, Naturparks und der neue Nationalpark. Seit einigen Jahren schon gibt es dort auch eine Ausbildung, die das Zusammenspiel von Grün und Gesundheit in den Mittelpunkt stellt: Der Naturpädagoge Olfert Dorka bildet «Landschaftstherapeuten» aus.
«Die bewusste Wahrnehmung von Landschaft ist segensreich für den Menschen», ist der gelernte Gartenbauingenieur überzeugt. Schließlich sei es belegt, dass Seele und Körper litten, wenn die Beziehung zur Natur verloren gehe.
«Wir tragen doch in uns ein Selbstheilungssystem, das großartig ist», sagt Dorka. Statt Tabletten gegen Kopfweh oder Rückenschmerzen helfe auch mal ein Spaziergang in der Natur. Die von ihm konzipierte Zusatzqualifikation erstreckt sich über einen Zeitraum von zweieinhalb bis drei Jahren mit 16 Einheiten.
Zwei Mal im Jahr führt Dorka durch den Nationalpark Schwarzwald, meist vier bis fünf Stunden lang über eine kleine, knapp vier Kilometer lange Wegstrecke. «Es geht nicht darum, eine Wanderung zu machen, sondern zur Ruhe zu kommen und echten Kontakt mit dem Gelände aufzunehmen», sagt Dorka. Mit Atemübungen sollen die Teilnehmer spüren, dass es eine Beziehung zwischen ihnen und der Natur gebe.
«Rund 50 bis 60 Prozent der Ausbildungsteilnehmer machen es einfach für sich selbst, 20 bis 30 Prozent bieten danach eigene Programme an und 20 bis 30 Prozent gehen hinterher in Nachsorgeeinrichtungen wie Rehakliniken», erzählt Dorka. Dort arbeiten sie dann vor allem mit Burnout-Patienten.
«Viele Erkrankungen resultieren aus seelischen Defiziten», sagt auch der Münchner Landschaftspsychologe Reinhard Schober. Er hat in Bad Bertrich in der Südeifel im Jahr 2012 den ersten landschaftstherapeutischen Park Europas für das Land Rheinland-Pfalz konzipiert. Sieben thematisch angelegte Gesundheitsgärten gibt es dort: Der Lavagarten führt durch eine Felslandschaft, der Terrassengarten ist von Moos, Efeu, Gras und Farn überwachsen, der Kräutergarten voller Düfte. Dem Psychologen Schober geht es um die «Wiederentdeckung des Freuens», wie er sagt. «Und die Natur ist dazu ein Vehikel».
Viele Urlaubsstudien hätten gezeigt, dass Natur und Landschaften «eine große und glücksbringende Wirkung» auf Menschen hätten, erklärt Schober. Der Aufenthalt im Grünen verbessere Selbstbewusstsein und Stimmung, berichteten etwa britische Forscher 2010, ein Bach oder See verstärke die Wirkung noch.
Schobers Ansicht nach leben viele Menschen in einem Alltag, der geprägt sei «von Freudeverlust durch Stress, Ängste, Enge und Einschränkung». All das habe ihn animiert, landschaftstherapeutische Parks zu planen. Mittlerweile gibt es weitere in Brilon im Sauerland oder in Niedersfeld bei Winterberg.
«Die beruflichen und privaten Anforderungen ändern sich immer schneller, Krankheitsbilder wie Depression oder Burn-out nehmen rasant zu», sagt Edith Schlömer-Bracht, die in Brilon als Supervisorin durch den Park führt. Die Landschaftstherapie ziele auf eine Veränderung des Lebensstils.
Der Schweizer Victor Condrau berät Gemeindebehörden oder Vereine, die sich für die Natur einsetzen. «In Projekten mit jungen und alten Menschen hat sich gezeigt, dass der Aufenthalt in der Natur, landschaftspflegerische Arbeiten und Gestalten mit Naturmaterialien die gesundheitlichen Ressourcen stärkt, weil alle Sinne angesprochen werden», sagt er.
Er wirbt dafür, die Erholungsnutzung in regionale und kommunale Planungen miteinzubeziehen. Der Landschaftsarchitekt und Dozent an der Hochschule für Technik Rapperswil ist überzeugt: «Natur und Landschaft sind die beste Therapie». (2198/21.08.2015)
epd lbw rik cr

 

Ausbildung Landschafts-Therapeut/inFührungen im
National-
park
Schwarz-
wald

 

Schwarzwälder Bote:
Der Wald ist auch Erholungsraum für die Seele, 05.09.2014.

Schwarzwälder Bote:
Landschaften haben etwas zu sagen, 30.08.2013.

Neckar-Chronik, Horb:
Was die Natur zur Gesundung Kranker beitragen kann, 31.10.2011.

Neckar-Chronik, Horb:
Festveranstaltung zur Landschafts-Therapie mit der ersten Zertifikatsverleihung, 25.10.2011.

Schwarzwälder Bote:
Landschafts-Therapie im Blick, 24.10.2011.

Ausbildung Landschafts-Therapeut/in